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Untersuchungen zur Verbreitung und Abundanz von Zecken am und im Bienwald (Südpfalz) und zu ihrer Vektorkapazität für humanpathogene Erreger unter dem Vorzeichen des Klimawandels

Untersuchungen zur Verbreitung und Abundanz von Zecken am und im Bienwald (Südpfalz) und zu ihrer Vektorkapazität für humanpathogene Erreger unter dem Vorzeichen des Klimawandels
Ansprechpartner:

Dr. Trevor Petney, Dipl. Biogeo. Senta Verena Muders, Monika Schäffer

Förderung:

Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft

Partner:

Landes Gesundheits Amt Baden-Württemberg (LGA)

Untersuchung an Kleinsäugern und ihren Zecken im Hinblick auf potentiell humanpathogene Erreger

Untersuchung an Kleinsäugern und ihren Zecken im Hinblick auf potentiell humanpathogene Erreger
   

In Mitteleuropa gibt es eine Vielzahl von Krankheitserregern, die durch Arthropoden übertragen werden, wobei die Zecke Ixodes ricinus als wichtigster Vektor gilt und sowohl Viren (FSME-Virus), Bakterien (Borrelien, Rickettsien) Protzozoen (Babesien) überträgt.
Für die Übertragung eines Erregers ist das Zusammenspiel von Reservoir, Vektor, Mensch und Umwelt entscheidend. Im Rahmen des Projektes werden Kleinsäugerpopulationen (Reservoirwirte) in verschiedenen Habitaten im Bienwald, Rheinland-Pfalz, auf ihren Zeckenbefall überprüft, wobei die gewählten Fanggebiete Rückschlüsse auf Interaktionen zwischen Zecken, Kleinsäugern und größeren Wirtstieren (Rehe und Schwarzwild) zulassen. Die von den Kleinsäugern und zusätzlich von der Vegetation abgesammelten Zecken werden im Labor taxonomisch bestimmt und auf humanpathogene Erreger untersucht, das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Detektion von Borrelien-Arten, stichprobenartig wird auf FSME-Viren und Rickettsien gescreent. Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geographie und Geoökologie durch Messstationen Klimadaten in den Untersuchungsgebieten aufgenommen, so dass eine Aussage über die Wechselwirkung von Zeckendynamik, Mikroklima und Wirtsdynamik ermöglicht wird.
Ziel ist es, Faktoren herauszustellen, die den Erhalt und die Verbreitung potentiell humanpathogener Erreger in einem ökologischen System ermöglichen. 

Die Rolle von Rehen und Wildschweinen als typische Vertreter des eurppäischen Großwilds in der Epidemiologie Zecken übertragener Pathogene

Die Rolle von Rehen und Wildschweinen als typische Vertreter des eurppäischen Großwilds in der Epidemiologie Zecken übertragener Pathogene
Datum: 30.07.2012

 Die Dynamik der Prävalenz und Inzidenz von Zoonosen ist ein sehr komplexes Zusammenspiel vieler Umweltfaktoren. Um Aussagen zur Epidemiologie und zum Gefährdungspotential zeckenübertragener Pathogene treffen zu können, ist eine exakte Kenntnis der Zecken-Wirt-Interaktionen im entsprechenden Habitat und die Untersuchung der lokal vorkommenden Krankheitserreger eine zwingende Voraussetzung. Besonders die Rolle des europäischen Großwildes im Zecken-Wirt-Pathogen-System ist bislang noch weitgehend unerforscht, obwohl durch die zunehmende Überschneidung der Lebensräume von Menschen und von wildlebenden Großsäugetieren ein nicht unerhebliches Risiko der Infektion mit zoonotischen Erregern für die Bevölkerung bestehen kann.

Schafprojekt

Schafprojekt
   

Am Bienwald untersuchen wir seit 2011 eine 600-köpfige Schafherde von Frühjahr bis Herbst auf Zecken und zeckenübertragene, potentiell humapathogene Erreger. Die DNA der Zecken wird extrahiert und mittels RealTime-PCR aud Borrelien, Rickettsien, Coxiellen und FSME-Virus analysiert. Lämmern wird dreimal pro Jahr Blut abgenommen, um das Serum auf Antikörper gegen Borrelien und Rickettsien zu testen. Wir wollen somit feststellen, welche Bedeutung Schafe als Reservoirwirte in Bezug auf die untersuchten Pathogene zukommt und welche Rolle Zecken dabei als Vektoren spielen.

      

Lämmer vor der Beprobung                                      Zeckenentfernung bei einem Lamm