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Untersuchung der Ökologie von Zecken als Überträger von Krankheiten in Bezug auf Habitat, Landnutzung, Wirtstiere und Klima

Untersuchung der Ökologie von Zecken als Überträger von Krankheiten in Bezug auf Habitat, Landnutzung, Wirtstiere und Klima
Ansprechpartner:

Dr. Trevor Petney

Links:
Förderung:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Programm Lebensgrundlage und ihre Sicherung (BWPLUS)

Partner:

Institut für Geographie und Geoökologie (IfGG), Landesgesundheitsamt Stuttgart, Universität Hohenheim, FG Tierökologie, tick-radar Berlin

Starttermin:

1.4.2012

Projektbeschreibung

Zecken sind die wichtigsten Vektoren human- und veterinärmedizinisch relevanter Krankheitserreger in Europa. Es gibt seit einiger Zeit Indizien dafür, dass die Verbreitung und Dichte der Populationen einiger medizinisch und ökonomisch wichtiger Zeckenspezies in Mitteleuropa zunimmt. Die Gründe dieses Wandels werden kontrovers diskutiert. Sie beruhen offenbar auf Faktoren, wie dem Klimawandel und der geänderten Landschaftsnutzung aber auch auf menschlichen Verhaltensänderungen. Wir wissen aber auch, dass den Wirtspopulationen der Zecken eine wichtige Rolle in der Dynamik der Zecken und den von Zecken übertragenen Erregern zukommt, d.h., dass das Pathogen-Zecke-Wirt System als Einheit betrachtet werden muss. Daher ist es nicht möglich ohne Informationen über Säugetiere, Veränderungen in der Abundanz und Ausbreitung von Zecken und zeckenübertragenen Krankheiten des Menschen darzustellen. Gleiches gilt für die Entwicklung und Einführung effektiver Präventions- und Kontrollstrategien. Obwohl in den letzen Jahrzehnten sehr viel über Zecken in Europa publiziert wurde, gibt es bislang keine ausreichend umfassende Langzeitstudie, in der der Einfluss von Umweltfaktoren, der Populationsdynamik der Vertebraten-Wirte von Zecken, den Zecken selbst und den von ihnen übertragenen Pathogenen hinreichend dokumentiert wird. Das Ziel unseres Projektes ist es die Interaktionen zwischen Zeckenwirten, Zecken und den von Zecken übertragenen Erregern zu untersuchen. Dabei sollen Faktoren berücksichtigt werden, von denen bekannt ist, dass sie die Dynamik von Zecken und wichtige Wirtsarten beeinflussen, so z.B. Klima, die Verfügbarkeit von Nahrungsressourcen, Landnutzung und Habitatfragmentierung. Unsere Abteilung führt in diesem Zusammenhang detaillierte, lokale Langzeitstudien über Zecken und ihre Kleinsäugerwirte durch, um Daten über saisonale und jährliche Schwankungen der Zeckenaktivität und der Pathogenprävalenzen zu erhalten. Sowohl Nager als auch Insektivoren (Spitzmäuse), werden für die Untersuchungen lebend gefangen. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Geographie und Geoökologie des KIT und des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg, können wir vorkommende Schwankungen in der Zeckendynamik sowohl mit dem Mikroklima als auch mit der Wirtsdynamik korrelieren und das Auftreten verschiedener von Zecken übertragener Krankheitserreger bestimmen. Unsere Untersuchungen befassen sich vornehmlich mit der häufigsten Zeckenart Baden-Württembergs, dem Gemeinen Holzbock Ixodes ricinus, den wichtigsten Kleinsäugerwirten für Larven und Nymphen dieser Art und den Krankheitserregern, die sie übertragen.